Geschichte der PGB
Ein Rückblick auf 93 Jahre Psychologische Gesellschaft Basel - von ihrer Gründung am 20. Februar 1933 bis zum 150 Jahre Jung Symposium in 2026. Zusammengestellt von Kathrin Schaeppi, Eid. anerkannte Psychotherapeutin, Basel.
Obwohl C. G. Jung oftmals mit Zürich verbunden wird, ist Basel der Anfangspunkt der Analytischen Psychologie. Die wesentlichen Konzepte Jungs sind schon in Basel entstanden. Zudem ist die Universität Basel die einzige im deutschsprachigen Raum, an welcher Analytische Psychologie gelehrt wird. Jung hatte die erste Professur für Psychologie in Basel.
Die Geschichte der PGB
1933 bis heute
Die PGB engagiert sich seit über neun Jahrzehnten für die Vermittlung und Weiterentwicklung der analytischen Psychologie.
1933 /1934
Die Psychologische Gesellschaft Basel wurde unter dem Namen «Psychologischer Club Basel», auf Initiative von Frau Dr. Schmid-Guisan am 20. Februar 1933 von Herrn Dr. Kurz von Sury gegründet. Es bestehen enge Beziehungen zum Psychologischen Club Zürich (1916 gegründet). Die Gründung wurde von C.G. Jung geistig unterstützt.
Bereits im Oktober 1934 organisierte die PGB in Basel Seminare mit C. G. Jung im Sommercasino. Die Transkript über Grundbegriffe und Methoden moderner Psychologie sind erhalten geblieben als "Bericht über das Basler Seminar von Prof. Dr. C. G. Jung vom 1. bis 6. Oktober 1934".
1944
Ab 1944 werden öffentliche Vorträge und Seminare angeboten, meist am Montag, mit prominenten Referenten aus verschiedensten Wissensgebieten. Es findet eine rege Vortragsaktivität in der PGB statt. Die Vorträge sind öffentlich, d.h. neben den Mitgliedern der PGB stehen sie allen Interessierten offen. In diesem Zusammenhang wird der Club in „Psychologische Gesellschaft Basel“ umbenannt.
1948
Das C.G. Jung-Institut in Küsnacht wird gegründet. Da bestehen enge Kontakte mit der PGB. Der Landsitz Seehof ist Sitz des C. G. Jung Instituts.
1953
Seit 1953 eröffnete Jungs Schüler Erich Neumann aus Tel Aviv regelmäßig das Wintersemester mit einer Vorlesung. Nach seinem Tod wurde Erich Neumann zum Ehrenmitglied der Psychologischen Gesellschaft Basel ernannt.
1958
Am 1. November 1958 besuchte Jung eine kleine Studiengruppe der Psychologischen Gesellschaft in Basel und beantwortete eine Reihe von schriftlichen und mündlichen Fragen aus dem Publikum. Die Veranstaltung wurde auf Tonband aufgezeichnet und transkribiert.
1961
Am 6. Juni 1961 stirbt C. G. Jung an der Seestrasse in Küsnacht.
1975 - 100. Geburtstag von C.G. Jung
Zum 100. Geburtstag von C.G. Jung am 26. Juli 1975 veranstaltet die PGB gemeinsam mit dem Psychologischen Club Zürich, dem C.G. Jung-Institut in Küsnacht und mit Unterstützung der Städte Basel und Zürich eine grosse Ausstellung im Gewerbemuseum Basel.
Parallel zur Ausstellung wurden in der Universität Basel acht Festvorträge* gehalten. Der Andrang zu diesen Vorträgen in der Universität war so gross, dass die Aula nicht alle Hörer zu fassen vermochte. Das Interesse war so gross, dass die Veranstaltungen in zusätzliche Hörsäle übertragen werden mussten. (*Später publiziert als "C.G. Jung heute", Bonz Verlag Stuttgart.) Der Andrang zu den Vorträgen in der Universität war so gross, dass die Aula nicht alle Hörer zu fassen vermochte. Mit Lautsprechern wurden sie in ein zusätzliches Auditorieum übertragen. Zum ersten Mal kombinierte das Schweizer Fernsehen dies mit einer Radioübertragung, sodass die Zuhörer zwischen einer englischen und einer deutschen Wiedergabe wählen konnten.
1983 - 50-jähriges Jubiläum der PGB
Erste Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum der PGB. Im Februar feiert die PGB in der Aula der alten Universität an der Augustinergasse in Basel mit 4 Festvorträgen. Referenten sind: Ulrich Mann, Peter Schellenbaum, Helmut Barz, und Gaetano Benedetti.
1986
Im Dezember wurde von der PGB am Pfarrhaus in Kleinhüningen eine Gedenktafel angebracht: Carl Gustav Jung 1875-1961 Begründer der Analytischen Psychologie lebte in diesem Haus von 1879-1896.
1987
Neben den monatlichen Vorträgen führt die PGB Seminare zur Einführung in die Jung’sche Psychologie oder deren Vertiefung durch. Eine ständig ergänzte kleine Fachbibliothek rundet das Angebot an die Mitglieder, Gastmitglieder und interessierte Nichtmitglieder ab.
1988
Am 26. Oktober startet Herr Dr. Adolf Guggenbühl-Craig mit seinem Vortrag «Der unerschöpfliche Jung» das erste «Studienprogramm zur Analytischen Psychologie und ihre Bedeutung im Alltag». Die Reihe, die seitdem fast jährlich mit bis zu 10 Vorlesungen und Seminaren im Wintersemester angeboten wird, bietet einer breiten Öffentlichkeit die sachkundige Einführung in die Welt und das Werk von C.G. Jung.
1994
Das Forschungs- und Ausbildungszentrum für Tiefenpsychologie nach C.G. Jung und Marie-Louise von Franz wird 1994 in Zürich gegründet. Es bestehen enge Kontakte mit der PGB.
1998
Seit dem Rücktritt von Dr. Wenger setzt sich der Vorstand aus einem Präsidium mit vier Vorstandsmitgliedern, der Kassierin und der Schriftführung zusammen.
1997
Enelda Peltenburg, die während 30 Jahren dem Vorstand in Verschiedenen Funktionen angehörte wird zum Ehrenmitglied ernannt.
2002/2003
Ab dem Wintersemester beginnt ein neues Programm, das sich über drei Jahre erstreckt: die «Basler Studientage zur Analytischen Psychologie C.G. Jungs» mit je drei ganztägigen Themenschwerpunkten.
2003 - 70-jähriges Jubiläum der PGB
Die zweite Festschrift zum 70-jährigen Jubiläum der Psychologischen Gesellschaft Basel erscheint.
2020-2022
Wegen der Covid-19 epidemie werden die Vorträge über Zoom ausgestrahlt.
2023 - 90-jähriges Jubiläum der PGB
Post-Covid-19 finden die meisten Vorträge wieder live statt. Das Jahresprogramm: «Geburt, Wandlung, Individuation». Die dritte Festschrift zum 90-jährigen Jubiläum der PGB erscheint. Die PGB besteht jetzt aus ca. 65 Mitgliedern, die im Kloster Klingental feiern. Referent ist Prof. Dr. Amador Vega. Die Musikerin und Studentin an der ISAPZürich Hanna Marti (Gesang und Harfe) sorgt für die musikalische Untermalung.
2025/2026 - 150. Geburtstag von C.G. Jung
Das Symposium «150 Jahre C. G. Jung» mit begleitenden Führungen war ein grosser Erfolg und machte die Analytische Psychologie einem breiten Publikum zugänglich. Die Veranstaltung fand auch in den Medien grosse Beachtung: Sowohl die Basler Zeitung (BaZ) als auch die Basellandschaftliche Zeitung (BZ) berichteten ausführlich darüber. Darüber hinaus konnten mehrere neue Mitglieder für die Organisation gewonnen werden.
Zu den Referierenden gehörten der Jung-Historiker Prof. Dr. Sonu Shamdasani, Prof. Dr. Christian Roesler, die Analytikerin Susanna Bucher sowie das PGB-Vorstandsmitglied Kathrin Schaeppi.
Ein bleibendes Zeichen setzte die Enthüllung der Gedenktafel zu Ehren von C. G. Jung am 28. Februar 2026 im Gebäude der Universität Basel. Sie erinnert nachhaltig an das Symposium und an Jungs Verbundenheit mit Basel.
Präsidium der PGB
1933-1951 (18 Jahre)
Dr. Schmid-Guisan & Dr. Kurz von Sury
Nach dem Rücktritt von Dr. von Sury wurde er zum Ehrenpräsidenten ernannt.
1951-1958 (7 Jahre)
Margret Ostrowski-Sachs
1958-1960 (2 Jahre)
Lucy Heyer-Grote
1960-1979 (19 Jahre)
Dr. Ignaz Reichstein
1979-1999 (19 Jahre)
Dr. Burkhard Wenger
1999-2002
Georg Jermann, Dr. Beatrice Hoffmann-Müller, Gert Sauer, Ulrich (Ulli) Wössner, Brigitte Hümbelin, Hans-Dieter Schmidt
2003-2004
Dr. Pierre Calame, Dr. Elisabeth Grözinger
2005-2011
Bernard Libis, Gert Sauer
2012-2018
Susanne Lindtberg
2018-2024
Eva Fischer-Zehnder
im Vorstand: Ana-Maria Barz, Brigitte Meier, Doris Reust, Viola Scheller
2024-2026
Viola Scheller
Im Vorstand: Debbie Lindenmeyer, Kathrin Schaeppi, Tatjana Steinberger
Festschrift zum 90. Jubiläum.
Festschrift zum 70. Jubiläum.
Festschrift zum 50. Jubiläum.